.NET Core: Wiederkehrende Aufgaben im Hintergrund ausführen

In vielen Anwendungen gibt es die Notwendigkeit, bestimmte Aufgaben in regelmäßigen Zeitintervallen auszuführen. .NET Core bietet hierfür eine einfache Möglichkeit an.

IHostedService

Die Schnittstelle IHostedService stellt dem Entwickler die Möglichkeit bereit, einen Dienst zu implementieren, der einmal im Dependency System registriert, über die gesamte Laufzeit lebt und eine Aufgaben ausführen kann. Sie steht seit .NET Core 2.1 zur Verfügung.

Mit folgender Implementierung kann ein Job realisiert werden, der alle fünf Minuten ausgeführt wird:

public class MyImportJob : IHostedService, IDisposable
{
    private ILogger<MyImportJob> Logger { get; }
    private Timer _timer;

    public MyImportJob(ILogger<MyImportJob> logger)
    {
        Logger = logger;
    }

    public Task StartAsync(CancellationToken cancellationToken)
    {
        Logger.LogInformation("Starting Job [" + nameof(NormalizedUserCheckJob) + "]");

        _timer = new Timer(Check, null, TimeSpan.Zero, TimeSpan.FromMinutes(5));

        return Task.CompletedTask;
    }

    private void Check(object state)
    {
        Logger.LogInformation("Running [" + nameof(MyImportJob) + "]");

        // Do job here
    }

    public Task StopAsync(CancellationToken cancellationToken)
    {
        Logger.LogInformation("Stopping Job [" + nameof(MyImportJob) + "]");

        _timer?.Change(Timeout.Infinite, 0);

        return Task.CompletedTask;
    }

    public void Dispose()
    {
        _timer?.Dispose();
    }
}

Nun fehlt noch die Registrierung.

Registrierung

Schlussendlich muss eine Registrierung erfolgen. Dies geschieht in Startup.ConfigureServices:

services.AddHostedService<MyImportJob>();

Mehr ist nicht notwendig und der Job wird ab Start des Hosts alle fünf Minuten ausgeführt.

Fazit

Wiederkehrende Aufgaben können sehr einfach über die Schnittstelle IHostedService implementiert und ausgeführt werden. .NET Core stellt die notwendige Infrastruktur zur Verfügung. Als Softwareentwickler können wir uns voll und ganz auf die Funktionalität konzentrieren.

So ist auch Twitter wieder nutzbar

Alexander Zeitler hat heute einen dahintümpelnden Gedanken wach gerüttelt, der sich zusehends im Gehirn breit macht und sogar unbewusst zu einigen Handlungen in den letzten Wochen geführt hat. Dabei geht es hauptsächlich um das hohe Grundrauschen aka Noice, dem wir auf Twitter mittlerweile ausgesetzt sind. Das hat mich bewegt, etwas zu ändern. Geschafft hat er das mit dem Retweet dieses Tweets:

Following 0

Wer mir auf Twitter folgt und auch öfter mit mir interagiert hat, hat sicher gemerkt, dass ich mich auch hier mittlerweile nur mehr selten blicken lasse. Microsoft-Gebashe hier, Apple-Gebashe dort, sinnlose Suderei darüber, was wo alles nicht funktioniert.

Destruktives Gehabe, das man sich unnötigerweise selbst angewöhnt. Das zieht Energie, die besser eingesetzt werden kann. Das brauch und will ich nicht mehr.

Und doch gibt es so viele interessante und hilfreiche Informationen auf Twitter. Diese möchte ich natürlich lesen und gerne auch an sinnvollen Diskussionen teilhaben. Damit das aber funktioniert, muss ich die Verwendung von Twitter ändern. Vom passiven User werde ich zum aktiven und gestalte meine “Timeline” nun selbst.

Following 0 | Twitter | Norbert Eder

Ich folge niemandem mehr. Auch meinen besten Freunden nicht. Stattdessen setze ich auf andere Möglichkeiten.

Listen

Listen verwende ich schon lange. Halbherzig. Da ich niemandem mehr direkt folge, habe ich die interessanten Accounts in Listen kategorisiert, der Rest wurde nicht mehr berücksichtigt. Meine Timeline ist leer (außer den eigenen Tweets) und ich lese, worauf ich gerade Lust habe. Ob die eingesetzten Listen so passen, wie sie sind, wird sich zeigen. Aktuell habe ich 9 Listen.

Gespeicherte Suchen

Horizonterweiterung. Neue interessante Hinweise, Artikel und Diskussionen von mir unbekannten Accounts finde ich per Keyword-Suche. Accounts, die positiv auffallen, werden in meine Listen übernommen.

Zu meinen Interessen finde ich so viele tolle Informationen.

Geblockte Keywords

Listen setzen auf Accounts und dort wird manchmal über Themen getweetet, die mich nicht interessieren oder über die ich nicht informiert werden möchte. Mittlerweile blocke ich diese Keywords und habe meine Ruhe. Super, um unnötige Aufregungen – und Rauschen im Allgemeinen – zu vermeiden. Ein laufendes Anpassen muss wohl sein, da sich natürlich Interessen ändern, oder aber manche Themen dann möglicherweise dann doch wieder interessant werden.

Fazit

Mit diesen Maßnahmen lässt sich Twitter wieder wunderbar für Informations- und Erkenntnisgewinn, aber auch interessanten Gesprächen, nutzen. Der Rest bleibt außen vor – und das ist auch gut so.

Ziele 2019

Wie jedes Jahr, nehme ich mir auch für das kommende Jahr wieder einige Ziele vor. Einige davon möchte ich hiermit öffentlich zugänglich machen, einige werden alleine nur für mich (bzw. für einen nicht-öffentlichen Kontext) existieren.

Softwareentwicklung

Das kommende Jahr wird sich voraussichtlich um die Themen .NET Core, Golang, Container, Serverless und IoT drehen. Es stehen einige große Projekte ins Haus. Hierzu wird viel architekturelle aber auch sicherheitsrelevante Arbeit zu leisten sein. Die Ziele liegen hierbei weniger bei den einzelnen Technologien, sondern vielmehr in der Größenordnung und damit einhergehenden architekturellen und performancetechnischen Herausforderungen.

Bewertbares Ziel: Mehr Fachbeiträge hier im Blog als 2018.

Fotografie

Ich war 2018 sehr viel unterwegs und es sind tolle Fotos entstanden. Allerdings fand ich nicht die Muse, diese auch online zu präsentieren. 2019 möchte ich mehr in meine Portfolios investieren und sie aufmotzen. Auch soll es wieder meine Reiseberichte geben.

Nachdem ich bereits im “Portrait-Modus” bin, werde ich anschließen und mehr in dieses Thema investieren.

Neben der Fotografie möchte ich mich auch mit dem Thema Video mehr beschäftigen. In diesen Bereich fallen viele andere Themen wie Sound, Bearbeitungssoftware usw. Meinen Weg möchte ich dokumentieren und somit einen Einblick in dieses Thema liefern.

Auch zum Thema Bildbearbeitung wird es einige Tutorials geben. Dabei werde ich mich mit der Software Luminar auseinandersetzen.

Blog

Nachdem voriges Jahr einige Aufgaben liegen geblieben sind, möchte ich diese nun 2019 erledigen. D.h. weniger Fotografie auf meiner Website, sondern wieder mehr Softwareentwicklung, IT und Technik. Die Fotografie wird auf meine Website https://norberteder.photography “verdrängt”. Der Umbau hat bereits begonnen.

Im Rückblick 2018 habe ich das Ende meines Projektes #fotomontag angekündigt – zumindest auf dieser Website. Es geht weiter, etwas verändert, aber doch. Ebenfalls auf https://norberteder.photography.

Lesen

Nachdem ich voriges Jahr relativ schnell meine ursprüngliches Ziel von 15 Büchern auf 50 angehoben habe, möchte ich dieses Jahr mit einem Ziel von 25 Büchern loslegen. Den Fortschritt könnt ihr auch dieses Jahr wieder auf https://goodreads.com verfolgen.

Zum Schluss möchte ich euch ein wunderbares Jahr 2019 wünschen. Viel Gesundheit, Glück, aber auch Erfolg.

Rückblick 2018

Rückblick 2018

Die Jahren fliegen dahin. Schon wieder ist eines rum. Wie jedes Jahr, möchte ich einen Blick zurück werfen und über die vergangenen 365 Tage nachdenken. Dabei möchte natürlich meine Ziele für 2018 nicht außer Acht lassen und in die Bewertung einfließen lassen.

Softwareentwicklung

Wie ich es mir vorgenommen habe, beschäftigte ich mich 2018 sehr viel mit .NET Core, Angular und dem Thema Internet of Things (IoT). Zusätzlich habe ich wieder über den Tellerrand geguckt und bei Golang reingeschnuppert. Gerade Golang entwickelt sich bei mir persönlich zu einer beliebten Programmiersprache.

Sehr viel Energie ging 2018 in das Thema Docker, Microservices und Orchestrierung.

Fotografie

Auch 2018 habe ich es geschafft, jeden Montag ein Foto für mein Projekt #fotomontag zu veröffentlichen. Nach 209 veröffentlichten Fotos in 4 Jahren, geht diese Ära allerdings zu Ende.

Zusätzlich hat sich gerade auf dem Gebiet der Fotografie sehr viel bei mir getan:

  • Zahlreiche wissenswerte Beiträge auf https://norberteder.photography, auch das Portfolio wurde überarbeitet und erweitert
  • Ich habe ja eine Liste meines Foto-Equipments auf meinem Blog. Dieser musste wieder adaptiert werden :)
  • Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft und zahlreiche Portrait-/Model-Shootings gemacht. Dabei konnte ich richtig tolle Erfahrungen sammeln und mich weiterentwickeln. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, mit denen ich zusammenwirken konnte.
  • Schlussendlich gab es eine Menge Fotoreisen: Piran/Portoroz, Dubrovnik, Kotor, Nürnberg, Ostsee, Dresden, Budapest und Prag.

Wie du siehst, hat sich also wirklich viel getan – mehr als ich mir erhofft bzw. geplant hatte.

Blog

Für das Blog hatte ich mir mehr vorgenommen. Zwar habe ich einige Artikel ausgemistet und aktualisiert, doch wollte ich wieder viel mehr über Softwareentwicklung bloggen. Durch die Arbeit einerseits und das doch aufwändige Hobby der Fotografie andererseits, blieb einfach zu wenig Zeit, die ich dann doch anderweitig nutzte.

Seit diesem Jahr steht die Kommentarfunktion nicht mehr zur Verfügung. Das ist nicht der DSGVO geschuldet, sondern vielmehr der Qualität. Feedback erhalte ich nun über andere Kanäle (E-Mail hauptsächlich) und das qualitativ hochwertiger, da der Aufwand für das Feedback einfach höher ist.

Ein herzliches Dankeschön an meine treuen Leser, die mir die Stange halten und auch immer wieder Feedback geben.

Bücher

Seit diesem Jahr verwalte ich meine Bücher über goodreads. Meinen Account hatte ich zwar schon lange, aber das Potential blieb mir lange Zeit verborgen. Nun, seit heuer nutze ich diese Plattform.

Für 2018 hatte ich mir vorgenommen, 15 Bücher zu lesen. Tatsächlich wurden es 50 (nicht ausschließlich Fach- bzw. Sachbücher).

Top 5 Beiträge

Fazit

Insgesamt hielt das Jahr 2018 zahlreiche Herausforderungen bereit. Das war nicht immer leicht, allerdings gab es wieder viel zu lernen – und das ist wichtig und gut.

Visual Studio 2017: Service Fabric Templates werden nicht angezeigt

Du hast das Azure Service Fabric SDK installiert, allerdings findest du im Visual Studio 2017 das Projekt-Template nicht und kannst somit kein neues Projekt anlegen? In diesem Fall sind eventuell die Service Fabric Tools des Azure Entwicklungsmoduls nicht installiert:

Service Fabric Tools für Visual Studio 2017 installieren
Service Fabric Tools für Visual Studio 2017 installieren

Es ist im Visual Studio Installer die Azure Entwicklung zu aktivieren, ebenso die Service Fabric-Tools.

Nach der Installation und des erneuten Startes von Visual Studio 2017 sind die Templates vorhanden.

Service Fabric Application Template | Visual Studio 2017
Service Fabric Application Template | Visual Studio 2017

Viel Spaß bei der Entwicklung.

Canary Deployment

In Blue Green Deployment habe ich einen Ansatz beschrieben, wie neue Releases in Produktivumgebungen vor der Aktivierung getestet werden können. Daraus lässt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auf die Funktionsfähigkeit eines Releases rückschließen. Allerdings wird nur getestet. Wie stabil und performant die Software läuft, kann nicht beurteilt werden. Eine Hilfe stellen Canary Deployments dar.

Canary Deployment (Kanarienvogel) hat den namentlichen Ursprung in den alten Kohleminen. Als Frühwarnsystem vor giftigen Gasen, haben die Minenarbeiter Kanarienvögel in Käfigen aufgestellt. Traten giftige Gase aus, sind die Kanarienvögel gestorben und die Arbeiter konnten sich noch schnell in Sicherheit bringen.

Wie funktioniert aber nun ein Canary Deployment?

Es gibt – wie auch beim Blue Green Deployment – zumindest zwei Produktivsysteme. Eines der beiden System (oder Teile davon) erhalten Updates. Nun kann der aktualisierte Part getestet werden (sowohl automatisiert, als auch manuell). Zudem wird ein zuvor definierter Teil des Traffics über das aktualisierte System geleitet.

Canary Deployment | Norbert Eder
Canary Deployment

Durch sukzessives Umleiten und Belasten des neuen Systems, werden aussagekräftige Hinweise über die Funktionsfähigkeit (auch unter Last) gegeben.

Ein Beispiel: Es wird festgelegt, dass nach der Aktualisierung, 2% des Traffics über das neue System geleitet werden. Treten keine Probleme auf, kann der Anteil erhöht werden. Treten Probleme auf, sind maximal 2% der Benutzer davon betroffen. Ein Rollback ist sofort möglich.

Mit diesem Aufbau steht also ein Frühwarnsystem zur Verfügung. Wir erhalten mehr Sicherheit und bei Problemen ist nur ein Bruchteil der Benutzer betroffen.

Einher geht allerdings auch ein infrastruktureller Aufwand und eine erhöhte Komplexität.

Blue Green Deployment

Viele Entwickler setzen mittlerweile auf die Unterstützung von automatisierten Tests und gewährleisten dadurch ein frühe Fehlererkennung, geringere Kosten bei der Behebung und schlussendlich eine hohe Qualität. Dennoch können Fehler nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Einer der Gründe hierfür ist, dass die Tests in der Regel nur in Testsystemen ausgeführt werden. Somit ist eine Aussage hinsichtlich der Funktionsweise im Produktivsystem nicht gegeben. Anwender überraschen uns Entwickler gerne mit unkonventionellen Eingaben oder einer eigenwilligen Bedienung der Software. Dies kann unter Umständen zu schiefen Datenständen führen. Was also in der Entwicklungs- bzw. Testumgebung funktioniert, muss dies noch lange nicht in der Produktivumgebung tun. Was kann man nun unternehmen, um eine bessere Aussage treffen zu können?

Eine Möglichkeit besteht im Blue Green Deployment. Dabei besteht das Produktivsystem zweimal. Einmal als blaue, einmal als grüne Linie. Aktiv ist immer nur eines der beiden Systeme. Das inaktive System kann für Tests herangezogen werden. Dabei können die Systeme auf unterschiedlicher (aber ähnlicher) Hardware oder VMs laufen.

Ein neues Release wird dabei immer am inaktiven System eingespielt und getestet. Sind alle Tests erfolgreich und stehen alle Funktionen zur Verfügung, wird das inaktive zum aktiven System und umgekehrt. In anderen Worten: War das blaue System aktiv und das grüne System inaktiv, dann erhielt das grüne System das Update und wurde nach erfolgreichen Tests aktiv. Nun ist das blaue System inaktiv und erhält das nächste kommende Update.

Dies bietet natürlich auch noch weitere Vorteile. So ist es sehr schnell möglich, wieder auf die alte Version zurückzugehen (Rollback). Zudem steht ein zweites System bei Ausfällen (Hardware etc.) zur Verfügung.

Die zusätzliche Sicherheit bringt jedoch einige Herausforderungen hinsichtlich Infrastruktur, Deploymentprozess, aber auch der Entwicklung (z.B. Umgang mit Schemaänderungen an der Datenbank) mit sich. Belohnt wird man durch eine höhere Ausfallssicherheit und einer möglichen (verbesserten) Aussage über die Funktionsfähigkeit eines neuen Releases im Produktivsystem.

Darauf aufbauend kann ein Canary Deployment eine noch bessere Aussagekraft im Produktiveinsatz geben.

Credit: Server-Icon von FontAwesome / CC Attribution 4.0 International, alle anderen Icons von Microsoft Powerpoint.

DELL XPS 13: Funktionstasten aktivieren

In der Standardeinstellung (für die meisten wohl ok, für Softwareentwickler richtig grausam), sind die Funktionstasten nur die zweite Belegung auf der Tastatur. In der primären Belegung werden die Multimedia-Tasten verwendet. Wer mit Funktionstasten arbeitet, kommt damit überhaupt nicht klar, vor allem, weil es auch einen Bruch in der bisherigen Bedienung darstellt.

Zum Glück kann dies im BIOS umgestellt werden. Nachfolgend siehst du die Standardeinstellung.

Dell XPS 13 Bios
Dell XPS 13 Bios

Wähle einfach Lock Mode Enable/Secondary im Abschnitt POST Behavior/Fn Lock Options und schon sind die Funktionstasten wieder ohne Fn zu verwenden.

Herzblut gewinnt

Heute habe ich wieder einmal Musik ausgepackt, die ich schon länger nicht mehr gehört habe. Spontan erinnerte ich mich an frühere Konzertbesuche und war überrascht, wie intensiv sich die Erinnerungen ausfühlen.

Es waren hauptsächlich kleine Konzerte, mein Musikgeschmack lag abseits des Mainstreams (das tut er zum Glück immer noch, bin jedoch dahingehend offener geworden). Da waren Konzerte von Subway to Sally, ganz besonders ist mir das Konzert von Nightwish 2000 in positiver Erinnerung. Das war noch ein paar Jahre bevor Nightwish auf MTV gespielt wurde – ein kurzer Hype, aber das Konzert 4 Jahre später, war um Dimensionen größer.

Eines der besten Konzerte überhaupt, war von Tanzwut. Es muss 1998, 1999 gewesen sein, so genau weiß ich es nicht mehr. Mehr als 20 Leute, inklusive Band, waren wohl nicht da, aber der Sänger hat sich ins Zeug (bzw. die “Menschenmenge”) geworfen und richtig Stimmung gemacht. So muss dann wohl eine Privatvorstellung sein. Hautnah dran, quasi schon selbst auf der Bühne (denn die Bühne kam de facto ins Publikum).

Im Gegensatz dazu, habe ich auch richtig große Konzerte erlebt. Depeche Mode, Metallica oder aber AC/DC (mit über 115.000 Besuchern war es das bis dato größte Konzert Österreichs). Keine Frage, diese Konzerte waren gut, aber man sah ihnen an, dass etwas fehlte. Es lag nicht an der Stimmung oder den Besuchern, aber der “Spirit” fehlte für mich.

Was aber will ich damit sagen?

Als ich damals die Konzerte von unbekannten Bands besuchte (gemessen am Bekanntheitsgrad von Metallica und Co.) war mir in keinster Weise bewusst, wie sehr sie mir alle in Erinnerung bleiben würden und wie stark die damit verbundenen Emotionen sind. Ich bin meinem Herzen gefolgt und habe mich nicht dem Mainstream (dem Marketing) hingegeben. “Belohnt” wurde ich durch tolle Erlebnisse, viel Spaß und wunderbaren Erinnerungen.

Es war alles viel ehrlicher (wenngleich da natürlich auch Poser dabei waren, keine Frage) und bodenständiger – schließlich konnten nicht alle ausschließlich von der Musik leben (umso mehr warfen sie sich ins Zeug).

Das kann man auch aufs Berufsleben umlegen. Manche suchen sich die Jobs, die mehr Kohle bringen und arbeiten, ohne Herzblut, ohne Glaube an die Sache. Die Erinnerungen auf den höchsten Bonus gerichtet, oder aber ganz anders, auf das, was man erreicht hat. Auf ein tolles Produkt oder Service, auf zufriedene Kunden, die das erhielten, was sie wirklich brauchten – und nicht, was den höchsten Bonus versprach.

Zwar kann man sich im Berufsleben nicht immer alles aussuchen, aber viele haben die Möglichkeit, ihren Beruf selbst zu wählen, zu entscheiden, in welcher Branche sie arbeiten möchten usw. Wem das verwehrt ist, bleibt immer noch die persönliche Einstellung. Mit Freundlichkeit, Humor und Engagement kann vieles überwunden, erschaffen und verbessert werden – und wenn es nur darum geht, es erträglicher zu machen. Es steht und fällt soviel mit dem eigenen Herzblut und den Werten. Es zahlt sich aus, diesen Weg zu gehen, auch wenn er mühevoller ist. Ein Rockstar zu sein, ist sicher geil, aber nicht, wenn man sich dafür verbiegen muss.

Nur Leidenschaft liefert außergewöhnliche Ergebnisse.

Richtig gute Ergebnisse und Leistungen entstehen nur durch ausreichend Leidenschaft für das Thema oder die Sache. Nur dann lassen sich auch andere Menschen und Teams begeistern. Tolles wird ohne Übermengen an Energie erzeugt. Fehlt das, dann ist etwas faul. Mit der Umgebung, mit der eigenen Einstellung oder schlicht mit dem Vorhaben.

Gastbeitrag: Innovation bei Menschen oder wieso moderne Supermarktkassen Probleme verursachen

Ich fühle mich geehrt, heute einen Gastbeitrag eines hoch geschätzten Community-Kollegens hosten zu dürfen. Er ist allerorts bekannt und ein interessanter und beliebter Gesprächspartner: Peter Nowak. In diesem Beitrag wird das Thema “Der Mensch als Gewohnheitstier” und wie aktiv unterstützt werden kann, anhand eines Praxisbeispiels, behandelt.

Meine Historie liegt in der Entwicklung von Anwendungen. Damals habe ich schon nicht verstanden, wieso man so viel Überzeugungsarbeit benötigt, andere Personen von seinen Ideen zu überzeugen. Schlimmer noch – die Wahrheit war direkt vor Ihnen, aber die Kunden konnten es nicht sehen. Mit meinem Wechsel in den Bereich der Beratung waren es nun Systeme, die ich den Kunden anbot. Aber auch hier wieder das gleiche Problem: Während die Wahrheit vor Ihnen lag, konnten Sie es nicht sehen.

Ich habe mittlerweile gelernt, wieso es so ist: Man hat einerseits verlernt zu Lernen und dann war das noch das Problem mit dem Vertrauen. Dazu aber später mehr.

Das Problem

Durch meinen Werdegang habe ich gelernt, dass das Thema Vertrauen und Lernen weitaus wichtiger sind, als die Technik, die ich damals gelernt habe. Es ist schon sehr wertvoll für mich, mich neuen Situationen und Herausforderungen anpassen zu können – eine Eigenschaft, die Viele im Verlauf der Zeit verlieren.

Aus diesem Grund finde ich es faszinierend, dass Probleme aus dem Business auch in ganz alltäglichen Bereichen auftauchen: Dem Vorgang des Einkaufens.

Mein favorisierter Supermarkt hat letztes Jahr ein Future Store Konzept bei den Kassen umgesetzt. Während Selbstbedienungskassen bereits ein alter Hut sind, so hat man insbesondere den Prozess des Bezahlens an der Kasse optimiert.

Ist-Zustand

Bisher ist es so, dass man mit seinem Einkaufswagen zum Förderband vorfährt, dort die Waren auflegt, mit dem Wagen zur Kasse vorfährt und dort alles über den Scanner erfasst wird. Abgeschlossen wird mit dem Bezahlvorgang, egal ob mit Bargeld oder bargeldlos.
Das Problem für einen Selbst ist – man steht (gefühlt) immer an der falschen Kasse. Entweder sind es die Personen, die langsam die Ware vorne auf das Band legen, oder die Person, die mit kleinen Münzen bezahlt und aus diesem Grund den Bezahlvorgang in die Länge zieht.

Veränderter Prozess

Der besagte Supermarkt hat den Prozess mit Hilfe neuer Systeme verändert. Vor Kopf des Kassensystems steht nun der Verkäufer. Man fährt den Einkaufswagen zu ihm und er packt für einen dann die Ware aus dem Einkaufswagen auf das Band, wobei es zeitgleich eingescannt wird. Am Ende des Bandes steht ein leerer Einkaufswagen, den der Kunde dann wieder befüllt. Ist der Vorgang abgeschlossen, dann bezahlt der Kunde autark die Waren an einem von zwei Terminals, die zu diesem Kassensystem gehören – egal ob mit Bargeld oder Karte.

Future Store | Peter Nowak
Foto von Peter Nowak

Die Vorteile dieser Änderung liegen auf der Hand, den damit werden zwei Flaschenhälse des Prozesses eliminiert: Die Blockade des Verkäufers durch den synchronen Bezahlvorgang, wie auch der Scanprozess, der während des Bezahlvorgangs durch den blockierten Verkäufer nicht fortgesetzt werden kann. Das Resultat ist, dass die Schlangen an der Kasse massiv minimiert wurden und der Bezahlvorgang somit schneller abläuft.

Erfolg auf ganzer Linie, oder?

Ich persönlich freute mich, dieses System zum ersten Mal zu testen. Die Neugier eine neue Erfahrung zu machen, dass ein alter Prozess geändert wird und zu sehen, wie dieser in der Realität funktioniert waren spannend. Ich finde bis heute die Änderung großartig.
Doch dieses Projekt ist eins, dass abgeschlossen ist. Ziel war es die Zeit des Bezahlvorgangs zu minimieren – und das wurde auch erreicht. Das neue Kassensystem hat sich bewährt – und auch der Hersteller ist zufrieden. Typisches Wasserfallmodell eben. 
Da ich hier wöchentlich einkaufen gehe, ist mir nach kurzer Zeit aufgefallen, dass diese Optimierung des Bezahlvorgangs nicht überall auf Gegenliebe stößt. Aber warum nicht? Häufig höre ich ein Gemecker von der Seite. Erst gestern wieder hörte ich einen Kunden sagen „Und das soll der Fortschritt sein?“. Was war passiert?

Fehlendes Changemanagement für die Kunden

Während der Anfangsphase das Personal noch üppig vorhanden war, um das neu ausgerollte System dem Kunden zu erklären, fehlt dies nach einem Jahr natürlich. Zwar sind die Verkäufer redlich bemüht es dennoch zu tun, aber nicht immer haben Sie die Möglichkeit dazu, denn der Kunde will ja fertig werden und sich nicht mit Veränderungen aufhalten. Was man hier vergessen hat ist, dass selbst heute neue Kunden in das Geschäft kommen, die das System einfach nicht kennen und mit einem Kulturschock konfrontiert sind.

Meistens sieht man dies Verhalten der Unzufriedenheit bei Personen ab 45 / 50 Jahren. Sie verstehen nicht, wieso man etwas, was man einmal gelernt hat, nun unbedingt verändert muss. Seit über 30 Jahren hat man seinen Wagen ans Band gefahren, entladen und hinten bezahlt. Und nun fehlt auf einmal am Bezahlterminal das eine Interaktion mit einem Menschen und man muss sich mit so einem Automaten abgeben. Da muss man erst einmal Suchen, wo das Geld hinein muss, oder wo ich die Karte reinschiebe. Und dann auch noch ein Touchscreen. Was soll der Quatsch? Der Kunde muss sich nun mit etwas Auseinandersetzen, was er über Jahre mittlerweile als banal empfunden hat. Er wird förmlich dazu gezwungen, was Unmut erzeugt.

Wie also besser machen?

Meistens hat man immer noch ein bis zwei Minuten, bis man zum Bezahlvorgang kommt. Ein einfacher, permanenter und gut lesbarer Aufsteller vor jeder Kasse wäre hier hilfreich. Einfache Piktogramme, wie man sie aus Anleitungen eines berühmten schwedischen Möbelhauses oder aus den Sicherheitsanweisungen aus dem Flugzeug kennt, wären kostengünstig herzustellen. Für Neukunden hätte es den Vorteil, dass sie sich bereits geistig auf eine aufkommende Veränderung einstellen könnten und der Stress, akut auf eine veränderte Situation reagieren zu müssen, wäre minimiert.

Fazit

Gerade in einer Zeit, in der alles schneller wird (ob nun positiv oder negativ gesehen), sind es genau solche Momente, wo man sich Zeit nehmen muss noch einmal das große Ganze zu betrachten und nochmal zu prüfen, ob man auch alles bedacht hat. Die zweite Variante wäre eine Kundenbefragung durchzuführen, oder sich als Mitarbeiter der Kassensysteme einfach mal Zeit nehmen und beobachten, wie sich das System entwickelt hat. Leider wird das wohl aber nie passieren, denn ich denke, dass das Projekt abgeschlossen ist.

Peter Nowak ist Buchautor und altbekanntes Communitymitglied im Microsoftumfeld. Als Entwickler gestartet, wofür er auch 10 Jahre jeweils mit dem Microsoft MVP Award ausgezeichnet wurde, entwickelte er sich zum IT Architekten weiter. Mittlerweile nutzt er jedoch seinen IT Background, um Kunden mit Kreativtechniken und Ideenworkshops zu unterstützen. Während er in der Vergangenheit jede Menge WIE-Fragen geklärt hat, unterstützt er nun Kunden bei der Klärung der WAS- und WOZU-Fragen in den Bereichen Innovation und Digitalisierung, wie auch dem Portfolioaufbau und -management.
Sie erreichen Peter via @PeNoWiMo oder über LinkedIn

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